Die Hoffnungen auf ein nahendes Ende der Pandemie werden dieser Tage von gleich mehreren Virusmutanten geschmälert. "Vor allem die schnelle Verbreitung der zuerst in Großbritannien aufgetretenen Variante B.1.1.7 dürfte die Wahrscheinlichkeit einer dritten Infektionswelle erheblich erhöhen", sagt Martin Lück, leitender Kapitalmarktstratege bei Blackrock. Ein verlängerter Lockdown könnte zu noch stärkeren ökonomischen Schäden führen, als bislang erwartet. Zumindest mittelfristig würde sich das auch in den Unternehmenszahlen widerspiegeln.

Kommt es dann in der zweiten Jahreshälfte zu einer Normalisierung der Konsum- und Investitionsnachfrage, dürfte diese auf ein verknapptes Angebot treffen. "Höhere Inflationszahlen könnten die Folge sein, vermutlich verstärkt durch steigende Energiepreise und den Mehrwertsteuereffekt in Deutschland", sagt Lück. Für Anleger könnten sich diese, auf den ersten Blick schlechten Nachrichten, aber noch als positiv erweisen. "Im Sommer könnte ein starker Wirtschafts-Neustart, in Kombination mit steigender Inflation und weiterhin atypisch niedrigen Zinsen für eine günstige Konstellation an den Aktienmärkten sorgen", sagt der Kapitalmarktstratege. (fp)