Die Aktien- und Rentenmärkte haben im vergangenen Monat widersprüchliche Signale gesendet, Anleger wurden erkennbar skeptischer. Nun haben sie offenbar beschlossen, dass es eigentlich doch ganz gut läuft. "Die Sorgen und Mutmaßungen könnten erst einmal wieder in den Hintergrund geraten, denn das positive Momentum bei den globalen Konjunkturdaten ist durchaus bemerkenswert", sagt Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim US-Investmentriesen Blackrock.

Das weltweite Wirtschaftswachstum hängt nicht allein davon ab, was in den USA passiert. Zuletzt hat sich gezeigt, dass die Wirtschaftsentwicklung in Europa, Asien und dem Rest der Welt durchaus eine tragende Rolle spielt. "Das spricht für einen Anstieg des globalen Zinsniveaus", sagt Herrmann. Die positiven Konjunkturdaten deuten zudem darauf hin, dass sich die Unternehmensgewinne weiter auf einem hohen Niveau befinden und dem Aktienmarkt Rückenwind geben.

Trump bleibt unberechenbares Risiko
Die größten Gefahren sieht der Blackrock-Stratege an der politischen Front – weniger in Europa als vielmehr in den USA. "Rückschlagpotenzial besteht vor allem dann, wenn die neue US-Regierung bezüglich ihrer angekündigten Maßnahmen enttäuscht", sagt er. Dabei würde ein Ende des "Trump-Jumps" nicht automatisch das Ende der globalen Aktienmarktrally bedeuten. Auch die Aussicht auf Reflation treibt die Aktienkurse in die Höhe, und das bereits seit vor der US-Wahl. "Wir bleiben daher in Bezug auf Aktien optimistisch gestimmt", sagt Herrmann. (fp)