Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor zunehmenden Übertreibungen an den Finanzmärkten. Sowohl der US-Aktienmarkt als auch der Goldpreis zeigten inzwischen blasenartige Eigenschaften, heißt es im aktuellen Jahresbericht der Notenbankinstitution.

Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um rund 60 Prozent gestiegen und notiert aktuell bei etwa 4.200 US-Dollar je Feinunze. Der S&P 500 legte seit seinem Tiefstand im April um rund 38 Prozent zu und bewegt sich wieder nahe seiner Allzeithochs. Nach Einschätzung der BIZ sind sowohl der US-Leitindex als auch Gold "gefährdet, sich in einer Blase zu befinden".

Historisch ungewöhnliches Muster
Besonders auffällig ist laut BIZ die gleichzeitige Dynamik beider Anlageklassen. In den vergangenen fünfzig Jahren habe es nur in dieser Phase ein derart "explosives Verhalten" gegeben, bei dem Aktien und Gold parallel in diesem Ausmaß gestiegen seien.

Die Analyse deute darauf hin, dass sich beide Märkte möglicherweise in einer "andauernden Blase" befinden. Solche Phasen würden typischerweise von Perioden mit negativen oder zumindest gedämpften Renditen abgelöst, so die BIZ.

Mit ihrer Einschätzung ist die Notenbankinstitution nicht allein. In den vergangenen Monaten hatten auch verschiedene Zentralbanken, darunter die Monetary Authority of Singapore sowie die Bank of England, vor zunehmenden Risiken an den Märkten gewarnt.

Privatanleger treiben Goldmarkt an
Obwohl Gold traditionell als sicherer Hafen für Zentralbanken gilt, sieht die BIZ Anzeichen dafür, dass die starke Nachfrage von Privatanlegern auf den Goldmarkt übergegriffen hat.

So hätten Gold-ETFs in diesem Jahr zeitweise mit einem Aufschlag gegenüber ihrem Nettoinventarwert gehandelt. Das deute auf starken Kaufdruck hin, gepaart mit eingeschränkten Arbitragemöglichkeiten.

Risiken für die Marktstabilität
Der Zustrom von Privatanlegern habe zwar die Abflüsse institutioneller Investoren teilweise ausgeglichen. Gleichzeitig warnt die BIZ jedoch, dass genau dieses Anlegersegment die Marktstabilität gefährden könne. Aufgrund ihrer Neigung zu "herdenartigem Verhalten" bestehe die Gefahr, dass sich die Volatilität künftig weiter verstärkt. (mb/Bloomberg)