Bitcoin hat zuletzt neue Unterstützung von einigen seiner größten Inhaber erhalten. Dennoch bleibt die Rückkehr der Nachfrage so begrenzt, dass Zweifel aufkommen, ob dies den Beginn einer Erholung markiert – oder lediglich Schadensbegrenzung ist.

Wallets sogenannter "Wale" haben in der vergangenen Woche rund 53.000 Coins akkumuliert – die stärkste Kaufwelle seit November –, nachdem es zuvor wochenlang starken Verkaufsdruck gegeben hatte. Solche Käufe stabilisierten die Preise nach einem deutlichen Rückgang, während die meisten anderen Investoren an der Seitenlinie blieben.

Daten des Branchendienstes Glassnode zeigen, dass Wallets mit mehr als 1.000 Bitcoin in diesem Zeitraum Token im Wert von über vier Milliarden US-Dollar hinzugefügt haben. Damit wurde ein monatelanger Trend der Verkäufe unterbrochen, der Bitcoin rund 40 Prozent unter sein Oktober-Hoch gedrückt hatte. "Das verlangsamt jeden weiteren Abschwung", sagte Brett Singer, Vertriebsleiter bei Glassnode. "Aber wir müssen noch mehr Geldzufluss in den Markt sehen."

Vorsicht bleibt der übergeordnete Trend
Dieser Vorbehalt ist entscheidend. Zwar sind große Besitzer wieder eingestiegen, doch der breitere Trend deutet weiterhin auf Zurückhaltung hin. Ohne börsengehandelte Fonds und Börsen waren große Bitcoin-Inhaber im vergangenen Jahr per saldo Verkäufer. Seit Mitte Dezember sind laut Glassnode mehr als 170.000 Coins im Wert von rund elf Milliarden Dollar aus diesen Wallets abgeflossen.

Die Kursentwicklung spiegelt diese ungleichmäßige Unterstützung wider: Seit dem Rekordhoch im Oktober fiel Bitcoin in der vergangenen Woche auf etwa 60.000 Dollar, bevor er auf rund 70.000 Dollar zurücksprang. Am Mittwochmorgen (11.2.) notierte die Kryptowährung in Singapur bei über 69.100 Dollar.

Das sprunghafte Verhalten großer Besitzer verschärft eine bekannte Frage am Markt: Wer kann die nächste nachhaltige Rally überhaupt noch tragen?

"Wir stecken noch mitten im Sturm"
Viele Anleger, die Bitcoin über neu aufgelegte ETFs gekauft haben, sitzen inzwischen auf Verlusten und sind daher weniger bereit, aggressiv nachzulegen. Gleichzeitig haben börsennotierte Unternehmen, die Bitcoin als Reservevermögen genutzt hatten, ihre Käufe verlangsamt, da auch ihre eigenen Aktienkurse unter Druck geraten sind.

Ohne eine neue Nachfragequelle wirkt die jüngste Akkumulation eher wie Schadensbegrenzung als wie erneute Überzeugung. Ein Muster, das in früheren Zyklen zwar kurzfristige Erholungen stützte, allein jedoch selten dauerhafte Dynamik erzeugte.

"Wenn sich der Sturm legt, werden wir wieder kaufen, da wir vor Ende des vergangenen Jahres etwas verkauft haben", sagte Bruno Ver, ein langjähriger Krypto-Investor. "Aber wir stecken noch mitten im Sturm."

Kaum neue Marktbreite in Sicht
Die Daten von Glassnode erfassen Gruppen von Bitcoin-Wallets und nicht einzelne Händler. Darunter können große Privatinvestoren, Verwahrstellen oder institutionell geprägte Konten sein. Frühere Rallys, die an Stärke gewannen, waren meist von stetigerer Akkumulation und breiterer Beteiligung verschiedener Investorengruppen geprägt – etwas, das im aktuellen Abschwung weiterhin auffällig fehlt. (mb/Bloomberg)