Bitcoin steuert auf schwächsten Monat seit "Krypto-Winter" 2022 zu
Bitcoin verzeichnet den schwächsten Monat seit den Krypto-Schockwellen des Jahres 2022. Der gesamte Kryptomarkt rutscht erneut unter die Marke von drei Billionen Dollar, während massive Liquidationen, schwache Stimmung und ETF-Abflüsse zusätzlichen Druck ausüben.
Bitcoin steht vor seiner schlechtesten Monatsbilanz seit den Unternehmenszusammenbrüchen, die den Kryptosektor im Jahr 2022 ("Krypto-Winter") erschütterten. Die größte Kryptowährung fiel am Freitag (21.11.) um bis zu 6,4 Prozent auf 81.629 US-Dollar.
Auch Ether gab bis zu 7,6 Prozent nach und rutschte unter 2.700 Dollar, während zahlreiche kleinere Token ähnliche Verluste verzeichneten. Die gesamte Marktkapitalisierung digitaler Vermögenswerte sank laut dem Branchendienst "CoinGecko" erstmals seit April wieder unter drei Billionen Dollar.
Ein Viertel Wertverlust im November
Bitcoin hat im November rund ein Viertel seines Wertes eingebüßt – der stärkste monatliche Rückgang seit Juni 2022, wie Daten von "Bloomberg" zeigen. Der Zusammenbruch des TerraUSD-Stablecoin-Projekts von Do Kwon im Mai jenes Jahres löste damals eine Kette von Firmenpleiten aus, die schließlich im Zusammenbruch der FTX-Börse von Sam Bankman-Fried gipfelte.

Obwohl die Regierung von US-Präsident Donald Trump kryptofreundlich agiert und die institutionelle Nachfrage steigt, ist Bitcoin seit seinem Rekordhoch Anfang Oktober um mehr als 30 Prozent gefallen. Auslöser war ein massiver Wellenbruch an Liquidationen am 10. Oktober, der 19 Milliarden Dollar an gehebelten Krypto-Positionen auslöschte und den Gesamtmarktwert aller Kryptowährungen um rund 1,5 Billionen Dollar reduzierte.
"Die Stimmung ist durchweg unglaublich schlecht"
Auch das Marktumfeld spielt eine Rolle. US-Aktien, die nach starken Nvidia-Zahlen zunächst von neuer KI-Euphorie profitierten, gaben am Donnerstag (20.11.) ihre Gewinne ab – belastet durch Bewertungsbedenken und Zweifel an einer möglichen Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember.
"Die Stimmung ist durchweg unglaublich schlecht. Offenbar gibt es einen zwanghaften Verkäufer im Markt, und es ist unklar, wie weit das reicht", sagte Pratik Kala, Portfoliomanager beim australischen Hedgefonds Apollo Crypto.

Der "Crypto Fear & Greed Index", ein Stimmungsindikator für den Kryptomarkt, der Faktoren wie Volatilität, Momentum und Nachfrage misst, ist auf den niedrigsten Stand seit dem Crash von 2022 gefallen. Der von der Kryptowährungs-Datenanalyseplattform "Coinglass" berechnete Index signalisiert derzeit "extreme Angst". Noch kurz nach Trumps Wahlsieg vor gut einem Jahr stand er bei 94 Punkten.
Institutionelle Anleger halten sich zurück
Institutionelle Investoren scheinen die Schwächephase nicht zu nutzen. Zwölf in den USA gelistete Bitcoin-ETFs verzeichneten am Donnerstag Nettoabflüsse von 903 Millionen Dollar – der zweithöchste Tageswert seit ihrer Einführung im Januar 2024. Die offenen Positionen an unbefristeten Futures fielen um 35 Prozent gegenüber dem Oktober-Hoch von 94 Milliarden Dollar.
Tony Sycamore, Analyst bei der Handelsplattform IG Australia, schrieb in einer Mitteilung, der Markt "könnte versuchen, die Schmerzgrenze von Strategy zu testen". Ein erneuter Kursrückgang für das Unternehmen des Bitcoin-Vorreiters Michael Saylor in Richtung des Break-Even-Punktes würde demnach Nachschussforderungen für die gehebelten Bestände auslösen. Die Aktie von Strategy fiel am Donnerstag um fünf Prozent. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu Bitcoin-Bestand (mNAV) ist auf gut 1,2 abgesackt. In einer Analyse warnten JP-Morgan-Experten, dass Strategy seinen Platz in Indizes wie dem MSCI USA und dem Nasdaq 100 verlieren könnte. Eine Entscheidung wird bis zum 15. Januar erwartet.
Nachahmer stehen ebenfalls unter Druck
Unternehmen, die 2025 die Krypto-Strategie von Saylor kopieren wollten, geraten ebenfalls in Schwierigkeiten. Firmen wie Sequans Communications, ETHZilla und FG Nexus verkauften zuletzt Teile ihrer Bestände, um Aktienrückkäufe zu finanzieren und fallende Kurse zu stützen. (mb/Bloomberg)















