Mit dem Sprung über die 18.000-Dollar-Marke war Bitcoin am Mittwoch (18.11.) so teuer wie zuletzt im Dezember 2017. Das Allzeithoch von 20.000 Dollar scheint noch in diesem Jahr möglich. Mit 337 Milliarden Dollar hat die Marktkapitalisierung aller Bitcoin bereits ein neues Rekordhoch erzielt. Das hängt allerdings auch damit zusammen, dass es jetzt mehr von der Kryptowährung gibt als 2017. Im Zuge des neuerlichen Höhenflugs der Digitalwährung scheinen nun auch zwei Hedgefonds-Legenden ihre Krypto-Abneigung ad acta gelegt zu haben.

Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, wandte sich via Twitter direkt an die Bitcoin-Community, wie das Fachportal "Coin-Ratgeber" berichtet. Er habe er sich bisher eher zurückhaltend gegenüber der Kryptowährung gezeigt, was unter anderem auf die sehr hohen Kursschwankungen zurückzuführen war. Demzufolge sehe er in Bitcoin keine Möglichkeit, um als effizientes Tauschmittel oder Wertspeicher zu zählen. Zudem bestehe seiner Ansicht nach die Gefahr, dass Regierungen in Bitcoin eine ernste Gefahr für klassische Währungen sehen und somit den Handel mit Gesetzen verbieten beziehungsweise massiv einschränken könnten.

"Wenn ich mich in diesen Dingen irre, würde ich gerne korrigiert werden"
Allerdings gestand er nun, dass ihm im Hinblick auf Bitcoin "möglicherweise etwas Bestimmtes fehle", um das Konzept zu verstehen. Daher animierte er auf Twitter die User dazu, verschiedene Sichtweisen und Erklärungen mit ihm zu teilen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Zentralbanken, große institutionelle Investoren, Unternehmen oder multinationale Unternehmen Bitcoin verwenden. Wenn ich mich in diesen Dingen irre, würde ich gerne korrigiert werden." Sein Tweet wurde weitgehend positiv aufgenommen und löste eine Diskussion aus. Zu einem der wichtigsten Argumente zählte, dass Bitcoin nicht direkt als Währung genutzt wird. Die Kryptowährung bilde vielmehr eine Grundlage, die als Wertspeicher zählt und darauf aufbauend ein Zahlungsnetzwerk erschaffen kann.

Gundlach rät zu Gold und Bitcoin als Inflationsschutz
Jeffrey Grundlach, Gründer und Vorstandschef von Doubleline Capital, wetterte in der Vergangenheit in Interviews immer wieder gegen das Aushängeschild unter den digitalen Währungen. Darin äußerte er massive Zweifel hinsichtlich Anonymität und Sicherheit. "Ich glaube nicht an Bitcoin und denke, dass es eine Lüge ist. Ich bin der Meinung, dass es sehr wohl nachverfolgt werden kann und denke nicht, dass es anonym ist", so Gundlach in einem Interview Anfang Oktober 2020.

Wenige Wochen danach erfolgte die Kehrtwende. Bei einem Webcast-Auftritt am 2. November hob Gundlach die gegenwärtige Bedeutung von Sachwerten hervor, um das eigene Vermögen vor einer möglichen Inflation zu schützen. Und in diesem Zusammenhang nannte der "Bondguru" als geeignete Absicherungen Gold und Bitcoin. (mb)