Neue Finanztechnologien wie Bitcoins könnten für Investoren zunehmend attraktiv werden, meint der Bondmanager Bill Gross. Sie könnten als Schutz gegen die Niedrig- und Negativzinspolitiken der Zentralbanken dienen. “Bitcoin ist ein Beispiel für Bemühungen, den Wert gegenwärtiger Aktiva auf Basis der zukünftigen Kaufkraftkonditionen zu stabilisieren", schreibt Gross in einer Notiz an Investoren.

Die Niedrigzins-Politik der Zentralbanken zerstöre Geschäftsmodelle, die Sparen, Investitionen und Wirtschaftswachstum fördern, klagt der Starinvestor des Asset Managers Janus Capital. Er verwaltet den 1,5 Mrd. Dollar schweren Janus Global Unconstrained Bond Fund. Wenn Investoren das Vertrauen in das System verlieren, werden sie sich zunehmend nach sicheren Häfen umschauen, meint der Manager.

Investoren verhalten sich wie balgende Hunde
Zentralbanken handelten zunehmend wie Glücksspieler im Kasino, die jedes Mal, wenn sie verlieren, ihren Einsatz verdoppeln, sagte Gross. Diese Strategie funktioniere, so lange die Banken unbegrenzte Summen an Geld drucken können. Der Ansatz, der die Kreditvergabe und den Konjunkturaufschwung fördern soll, habe kein nachhaltiges Wachstum schaffen können, jedoch die Anleger auf der Jagd nach Renditen in zunehmend risikoreiche Vermögenswerte getrieben.

“Notenbanken haben eine kasinoartige Atmosphäre geschaffen, wo Sparer und Investoren nur eine Wahlmöglichkeit haben oder vielleicht eine noch zerstörerischere Qual der Wahl haben, an Märkten zu partizipieren, die zuvor außerhalb ihrer Vorstellung lagen", schreibt Gross. “Investoren und Sparer balgen sich nun wie Promenadenmischungen um Rendite-Leckerbissen an der Nullgrenze. Das kann nicht gut ausgehen." (fp)