Die kompromisslose Corona-Politik der chinesischen Regierung wird die Wirtschaft des Landes künftig noch stärker belasten, sagt Bert Flossbach, Gründer der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Sollte Staatspräsident Xi Jinping an seiner "dogmatischen und fast schon selbstzerstörerischen Form der Covid-Bekämpfung festhalten" wird das Virus zur "größten Gefahr" für Wirtschaft und Wohlstand, prognostiziert der Experte. 

Die Folgen des Festhaltens an der Strategie der chinesischen Führung "wären Produktionsausfälle, Massenarbeitslosigkeit, sinkender Konsum und ein Anstieg der Unternehmenspleiten", sagt Flossbach. Unterbrochene und zerstörte Lieferketten würden das Wachstum dämpfen und den Preisauftrieb in China beschleunigen. Flossbach hält auch eine Stagflation für möglich, bei der die chinesische Wirtschaft nicht wächst, gleichzeitig aber eine hohe Inflation und Arbeitslosigkeit herrschen. Die Entwicklungen hätten aufgrund der Größe der chinesischen Volkswirtschaft und ihrer engen Verzahnung mit dem Welthandel "erhebliche Konsequenzen für die Weltwirtschaft".

Das Vertrauen in Xi Jinping schwindet
Derweil schwindet das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik Pekings, argumentiert Flossbach. Zu Beginn der Pandemie hatte Xi die erfolgreiche Virusbekämpfung noch nutzen können, um "die Überlegenheit des chinesischen Systems gegenüber dem Westen zu demonstrieren". Damit scheint es nun vorbei zu sein. (fp)