Die europäischen Börsen haben in den vergangenen Monaten geschwächelt. Anders steht es um den US-amerikanischen Aktienmarkt: Bereits seit zehn Jahren geht es dort steil nach oben. Trotz aller Sorge um die Weltwirtschaft haben die Bullen an der Wall Street nach wie vor das Sagen. Das dürfte vorerst so bleiben, sagt Till Christian Budelmann, Kapitalmarktstratege bei Bergos Berenberg, das sich jüngst von der Berenberg-Gruppe gelöst und mit neuen Gesellschaftern als unabhängige Schweizer Privatbank etabliert hat (FONDS professionell ONLINE berichtete). Budelmann sieht gleich vier Faktoren für weiterhin steigende Aktienkurse in den Vereinigten Staaten.

Zum einen ist es das wahrscheinliche Ende der Fed-Zinsanhebungen, das Budelmann optimistisch stimmt. Zum anderen sprechen moderate Aktienbewertungen sowie die defensive Positionierung der Investoren für einen anhaltenden starken US-Aktienmarkt. Darüber hinaus "ist die Marktbreite der Performance vor allem in diesem Jahr stark ausgeprägt. Anders als in früheren Jahren wird der Markt nicht allein von den bekannten FAANG-Aktien angetrieben", erklärt der Experte. All das sind Faktoren, die dafür sorgen könnten, dass das September-Hoch des vergangenen Jahres im laufenden Jahr sogar noch übertroffen wird.

Präsidentschaftswahlen sind ein Risiko
Kritisch könnte es im kommenden Jahr werden: Im Herbst 2020 steht in den USA die nächste Präsidentschaftswahl an. Der Weg dorthin und die Wahl selbst stellen nach Meinung des Experten ein Risiko für die US-Konjunktur dar. Sollte sich abzeichnen, dass die Demokraten den US-Präsidenten stellen und auch den Senat sowie das Repräsentantenhaus übernehmen, "würde dies den Aktienmarkt mit Sicherheit belasten", sagt Budelmann. Donald Trumps Wiederwahl würden die Aktienmärkte wahrscheinlich besser aufnehmen. (fp)