Während die Weltwirtschaft schwächelt und die globale Industrie in der Rezession steckt, sieht Till Christian Budelmann von der Schweizer Privatbank Bergos Berenberg einen Retter: Joe Sixpack, das amerikanische Pendant zum deutschen Otto Normalverbraucher. In einem aktuellen Kommentar weist der Schweizer Kapitalmarktstratege darauf hin, dass die Stimmung bei amerikanischen Konsumenten nach wie vor gut ist. Bis 2020 rechnet er in den USA daher nicht mit einer Rezession.

Budelmann hält vieles, was Experten aktuell an den Kapitalmärkten Sorgen macht, für kurzfristige Probleme: die italienische Regierungsbildung, der Iran-Konflikt oder die politische Auseinandersetzung mit Nordkorea. Für wirklich besorgniserregend hält er nur den Handelskrieg zwischen den USA und China. "Eine strukturelle Lösung des Konflikts scheint mittlerweile unwahrscheinlich. Eventuell wird es eine Teilvereinbarung geben, dann könnte sich US-Präsident Donald Trump als Dealmaker im anstehenden Wahlkampf präsentieren", lautet seine Prognose.

Aktien günstig positioniert
Während wirtschaftspolitische Unsicherheiten sich bereits negativ auf den Anleihemarkt ausgewirkt haben, sind die Aktienmärkte nach wie vor stabil. Die Wall Street liegt seit Jahresbeginn zweistellig im Plus. Budelmann bevorzugt US-Aktien gegenüber Wertpapieren aus Europa und Schwellenländern. Er rechnet in den USA nämlich mit weiteren Kurszuwächsen: "Zurzeit befinden wir uns wieder in einem volatilen Seitwärtsmarkt. Die Frage ist, ob noch einmal ein Kurssprung nach oben gelingt. Für die USA würden wir eher sagen ja als nein." (fp)