Der Kollaps der Aktienmärkte im vierten Quartal 2018 und die damit verbundenen Rezessionsängste der Anleger entpuppen sich zunehmend als Übertreibung ins Negative, konstatiert Bernd Meyer, Chefanlagestratege und Leiter Multi Asset beim Fondsanbieter Berenberg. "Wohl dem, der zum Jahresende nicht die Nerven verloren hat und an der breiten Erholung seit Jahresbeginn partizipieren konnte", sagt Meyer.

Eine vollständige Entwarnung sei trotzdem nicht möglich, warnt der Stratege. Nach dem starken Jahresstart an den Börsen sollten Anleger nun etwas mehr Vorsicht walten lassen: Zunächst einmal müssten sich nun die Konjunkturdaten verbessern. "Spätestens mit der Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China dürfte sich zudem der Konflikt zwischen den USA und der Europäischen Union zuspitzen", so Meyer. Das Risiko eines harten Brexits bestehe ebenfalls weiterhin. 

2019 mit klassischem Muster
Im laufenden Jahr dürften die Themen US-Konjunktur sowie die Geldpolitik der US-Notenbank auf der Anleger-Agenda weit oben bleiben, erwartet der Stratege. Mittelfristig werde es nur eines geben können: eine Erholung des Wachstums oder keine weiteren Zinsschritte seitens der Fed. Insgesamt dürfte 2019 zunächst ein positives Marktsentiment dominieren, sofern politische Risiken nicht aufflammen und die Konjunkturdaten stabil bleiben, sagt Meyer: "Das Jahr könnte dann ein klassisches Saisonalitätsmuster aufweisen: starker Start mit anschließender Sommerschwäche ab Mai oder Juni." (fp)