Die rekordverdächtigen Schwankungen bei Aktien haben die Markteilnehmer verunsichert. Nachdem der S&P 500 mit Rekordgeschwindigkeit in einen Bärenmarkt geschlittert ist, verzeichnete er in der letzten Märzwoche über drei Tage den rasantesten Anstieg seit den 1930er-Jahren. "So absurd es auch erscheinen mag, der Dow Jones ist von seinem Tiefpunkt mehr als 20 Prozent gestiegen und hat somit bereits einen neuen Bullenmarkt gestartet. Handelt es sich um eine Bärenmarktfalle oder um etwas Nachhaltigeres?", wirft Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, in einer Markteinschätzung als Frage auf.

Zwar haben die Aktienmärkte eine enorme Menge an schlechten Daten bereits eingepreist, aber nichts sei mit dem Coronavirus vergleichbar, was die Schwere des Schocks für die Wirtschaft anbelangt. Der weitere Pfad der Aktienmärkte hänge stark von der Dauer des Corona-Schocks ab. Es dürfte laut Meyer weiterhin sehr volatil bleiben. "Langfristig spricht hingegen viel dafür, nicht zu pessimistisch zu sein: neben den massiven Stimulierungsmaßnahmen und der enormen relativen Attraktivität von Aktien auch das trockene Pulver vieler Anleger – die Bestände in Geldmarktfonds haben eine neues Rekordniveau erreicht", betont Meyer.

Aktienrückkäufe fallen bald weg
Die Berichtssaison für das erste Quartal werde Meyer zufolge einen weiteren Einblick in die Corona-Folgen schaffen. Für den S&P 500 wird die Berichtssaison mit den Zahlen zum ersten Quartal der großen Banken an Fahrt aufnehmen. J.P. Morgan und Wells Fargo werden am 14.04. ihre Quartalszahlen vorlegen. Die eingeschränkten Aktienrückkaufprogramme während der Berichtssaison entziehen dem Markt aber wichtige Käufer. (aa)