Im vergangenen Jahr hat der US-Dollar entgegen aller Erwartungen gegenüber dem Euro aufgewertet. Nun dürfte der Höhenflug aber enden, sagt Guido Urban, Kapitalmarktstratege bei der Berenberg Bank. Anfang des Jahres hatte die Fed signalisiert, dass sie die Zinsen erstmal nicht weiter anheben will. "Der US-Dollar verliert damit an Unterstützung", sagt Urban.

Nach Einschätzung des Analysten schrumpft mit der geldpolitischen Kehrtwende der Fed der relative Wachstums- und Zinsvorteil der USA, was für eine Abschwächung des US-Dollars spricht. Zudem hält er die Währung für überteuert. "Auf handelsgewichteter Basis scheint der US-Dollar im November 2018 seinen Höhepunkt hinter sich gelassen zu haben", sagt Urban.

US-Unternehmen werden wettbewerbsfähiger
Besonders stark betroffen von Veränderungen des Dollarkurses sind dem Anlageexperten zufolge Schwellenländer - im Guten wie im Schlechten. Produktionsorientierte Schwellenländer, die viele Rohstoffe importieren, gehören zu den großen Nutznießern eines fallendem US-Dollars. Rohstoffexportierende Länder dagegen verlieren.

Auch auf den US-Aktienmarkt hätte ein Ende der Dollar-Stärke dem Strategen zufolge starke Auswirkungen. US-Unternehmen würden international wettbewerbsfähiger werden und Auslandsgewinne in US-Dollar im Wert steigen. "In der Regel sichern Unternehmen jedoch einen Großteil dieses Währungsrisikos ab, sodass dieser Effekt erst im Zeitablauf seine Wirkung entfaltet", so der Analyst. (fp)