Künftig soll es im deutschen Leitindex Dax 40 statt 30 Unternehmen geben. Die Reform trifft auch den kleinen Indexbruder M-Dax, der damit ein Drittel seines Börsenwerts verliert. Wer nun aber den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit fürchtet, kann beruhigt sein: Der M-Dax büßt durch die Reform keinesfalls an Attraktivität ein, erklärt Fondsmanager Andreas Strobl im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). 

Im Gegenteil: Anleger könnten nach der Reform sicher sein, dass ihr Kapital tatsächlich in kleinere wachstumsstarke Unternehmen fließt. "Ohne die Schwergewichte schärft sich das Bild des M-Dax", sagt der Fondsmanager. So könne zukünftig stärker die Wachstumsdynamik der Mittelständler abgebildet werden. 

IT-Sektor gewinnt an Gewicht
Strobl geht davon aus, dass der M-Dax nach der Reform stärker wachsen und höhere Renditen generieren wird – bei gleichzeitig sinkender Volatilität. Anders als der Leitindex weist der M-Dax laut FAZ viele Titel aus Zukunftsbranchen wie der IT auf, die nicht nur ein höheres strukturelles Wachstum besitzen als die "Old-Economy"-Titel im Dax. Sie sind zudem weniger konjunkturabhängig, was sich zuletzt in der Coronakrise bezahlt gemacht hat. Mit der Dax-Reform könnten jene Titel im M-Dax an Gewicht gewinnen. Allein durch den Aufstieg von Airbus in die oberste deutsche Börsenliga werde das relative Gewicht des IT-Sektors um 7 bis 8 Prozent steigen, prognostiziert Strobl. (fp)