Das nächste Jahr dürfte anspruchsvoll für Anleger werden, schätzt Bernd Meyer, Chefanlagestratege bei Berenberg. Zwar hat sich die Stimmung an den Börsen in jüngster Zeit verbessert, auch dank neuer Allzeithochs im S&P 500 und positiven Quartalsberichten. Gleichzeitig beobachtet Meyer, dass der Aktienmarkt zuletzt wieder etwas anfälliger geworden ist. So schienen Anleger auch Put-Optionen auf den S&P 500 aufgelöst zu haben. Währenddessen hätten systematische Strategien wegen der gesunkenen Volatilität und des positiven Momentums ihre Aktienquote erhöht.
 
"Wir rechnen jedoch nach wie vor nicht mit einer größeren Korrektur in diesem Kalenderjahr, da der Aktienmarkt gut durch Zuflüsse, Aktienrückkaufprogramme und die Alternativlosigkeit unterstützt bleibt", sagt der Experte. Für das kommende Jahr sieht er indessen einige potenzielle Stolpersteine, die Anlegern das Leben erschweren könnten. Darunter: die straffere Geldpolitik der Zentralbanken, die weitere Entwicklung Chinas, weniger stark steigende Unternehmensgewinne und die US-Zwischenwahlen.

Kurzfristiger Ausblick
In den kommenden beiden Wochen wird das Gros der S&P 500-Unternehmen die Q3-Berichtssaison abgeschlossen haben. "Danach dürften die Aktienrückkäufe der US-Unternehmen wieder an Fahrt gewinnen", erwartet Meyer. (fp)