2021 war im historischen Vergleich eines der ganz wenigen Jahre mit Verlusten bei Anleihen und Gewinnen bei Aktien. Doch diese seltene Kombination könnte sich dieses Jahr direkt noch einmal wiederholen, prophezeit Bernd Meyer, Chefanlagestratege bei Berenberg: "Wir gehen aufgrund einer strafferen Geldpolitik seitens der Zentralbanken und einer fallenden, aber hartnäckigen Inflation von steigenden Anleiherenditen und damit fallenden Anleihekursen im Staatsanleihesegment aus." Bei Aktien zeigt er sich vorsichtig optimistisch: Einerseits dürften Alternativlosigkeit und steigende Unternehmensgewinne unterstützend wirken, andererseits prognostiziert der Profi eine rückläufige Bewertung vor allem in den USA. 

Meyer rät Anlegern dazu, die folgenden (geld-)politischen Ereignisse in den kommenden Monaten im Blick zu behalten: Die noch diese Woche erscheinenden Inflationszahlen für Dezember 2021, eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im ersten Quartal, die Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April sowie die Zwischenwahlen in den USA im November.

Letztlich werden die Konjunkturdaten der Industrie und des Dienstleistungssektors darüber Auskunft geben, inwiefern die Omikron-Variante den Wirtschaftsmotor ins Stottern bringt. (fp)