Gemeinsam ist Gold und Silber die spektakuläre Wertentwicklung der vergangenen Jahre. Seit Anfang 2025 hat sich der Preis von Gold zum Teil mehr als verdoppelt – von knapp 2.600 auf über 5.500 US-Dollar je Feinunze in der Spitze. Der Silberpreis notierte Anfang 2025 bei knapp 30 Dollar und erreichte im Januar dieses Jahres einen Höchststand bei 117 Dollar – fast eine Vervierfachung. Zuletzt aber nahmen die Schwankungen zu. Klaus Porwoll, Gründer und Inhaber der Berliner Honorar-Finanzberatung Pecuniars, sagt: "Anleger sollten ein Investment in Gold oder Silber auch richtig einordnen können, bevor sie dort ihr Geld investieren."

Hoffnung auf Diversifikation
So gebe es – neben der Wertaufbewahrungsfunktion von Gold – grundsätzlich einen guten Grund, warum Anleger Gold oder Silber ihrem Portfolio beimischen: Die beiden Edelmetalle korrelierten in der Vergangenheit nicht eins zu eins mit Aktien. "Das heißt, dass eine Beimischung dieser etablierten Sachwerte zumindest in der Vergangenheit ein Portfolio vor allem in turbulenten Marktphasen stabilisieren konnte", erklärt Porwoll. Diese Funktion als Portfoliodiversifikator und Portfoliostabilisator versagte aber zuletzt.

Für Porwoll scheint es, als seien die beiden Metalle zuletzt zu Spekulationsobjekten geworden: "Damit müssen Anleger auf kurze Sicht mit erheblichen Preisschwankungen rechnen", folgert er. Anleger sollten also nicht davon ausgehen, dass Gold und Silber allein ein Portfolio stabilisieren. "Ich kann deshalb nur davon abraten, die beiden Metalle als alleinige oder als maßgebliche Grundlage der Vermögensstrukturierung zu verwenden", warnt der erfahrene Honorarberater.

Breite Streuung hilft
Anleger müssen sich seiner Ansicht nach stattdessen breiter aufstellen und brauchen eine ausgewogene Vermögensstruktur, um auch turbulente Phasen an den Märkten überstehen zu können. Grundsätzlich empfiehlt er eine Anlage in Aktien und Anleihen, am besten global diversifiziert über kostengünstige Exchange Traded Funds (ETFs), als Fundament für ein resilientes Portfolio. "Wer dann – vielleicht aus emotionalen Gründen – Gold oder Silber beimischen möchte, kann das natürlich tun", meint der Anlageprofi weiter. "Das sollten aber nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Portfolios sein." (jh)