Die Unternehmensgewinne in China steigen, die europäischen Volkswirtschaften expandieren und die Arbeitsplätze in den USA kehren zurück: Alles in allem verläuft die Erholung nach dem Covid-19-Schock besser als noch im Frühjahr befürchtet, beobachtet Christopher Smart, Chef-Globalstratege und Leiter des Barings Investment Institute. Offen bleibt allerdings, wie schnell die drei größten Narben der Pandemie heilen werden: die Arbeitslosigkeit, die Bilanzen und die Stimmung der Verbraucher.

Die Beschäftigungslage in Europa sieht vor allem deshalb besser aus, weil viele Arbeitnehmer ihr Gehalt weiterhin über ihre Unternehmen beziehen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte aber steigen. "In den USA ist die Zahl der Arbeitnehmer, die sich selbst als dauerhaft arbeitslos bezeichnen, gestiegen, was darauf hindeutet, dass sie nicht sofort Arbeit finden werden", sagt der Experte.

Pandemie dämpft Konsumlaune
Ähnlich gespalten sieht die Lage bei den Unternehmen aus. Die, die in der Lage waren, Schulden zu machen, haben dies auch getan. Andere stehen dagegen noch immer vor großen Herausforderungen und könnten es deshalb in einem Jahr mit verhaltenem Wachstum viel schwerer haben.

Auch die Verbraucher sind längst nicht so optimistisch, wie die Wirtschaftsdaten suggerieren. Zwar haben sie zuletzt wieder mehr Geld ausgegeben, vor allem im Internet. Doch selbst in China dämpft die Krise weiterhin die Konsumlaune der Menschen. "Die Einführung von Impfstoffen wird einige Zeit in Anspruch nehmen, sodass die Erholung beim Konsum, bei Reisen und bei Freizeitaktivitäten auf das Niveau vor der Covid-19-Krise eine Weile dauern könnte", so der Stratege. (fp)