Die US-Leitzinserwartungen sind in den vergangenen Tagen sprunghaft gestiegen. Bis vor kurzem rechneten Anleger nicht damit, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins schon bei ihrer nächsten Sitzung anheben würde. Nun gehen fast alle davon aus, dass es so kommen wird. Überraschenderweise reagierten die US-Börsen auf diese Nachricht mit neuen Rekorden statt mit einer Korrektur. Auch in Europa ging es weiter aufwärts.

Grund für die Gelassenheit der Aktieninvestoren ist die gute Verfassung der Weltwirtschaft, sagt der Fondsanbieter Bantleon. In den USA deuten die Konjunkturdaten darauf hin, dass der Aufschwung an Kraft gewinnt. Sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen zeigen sich immer optimistischer. "Der Wunsch der Währungshüter, die Leitzinsen eher früher als später anzuheben, ist damit voll und ganz verständlich", kommentieren die Bantleon-Analysten.

Fed verleiht dem Aufschwung ein Gütesiegel
In der Eurozone und in China läuft es ebenfalls rund. In beiden Wirtschaftsregionen hat die Konjunktur zuletzt angezogen. Die Angst vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft ist fast vergessen. Auch Europa scheint im Großen und Ganzen aus dem Krisenmodus zu finden. Bantleon rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone im ersten Quartal dieses Jahres um 0,6 Prozent wachsen wird.

Weltweit gewinnt der Aufschwung an Dynamik, nicht zuletzt, weil auch der Welthandel wieder anzieht. "Eine schnellere Zinserhöhung durch die Fed ist in diesem Umfeld problemlos verkraftbar", urteilen die Bantleon-Experten. "Sie ist für den Aufschwung keine Gefahr – vielmehr ein Gütesiegel." Anleihen dürften sich in diesem Umfeld gut entwickeln. Für Anleiheinvestoren wird es allerdings schwieriger. (fp)