Der breite Markt für auf Euro lautende Unternehmensanleihen der Bonität Investment Grade hat sich in diesem Jahr schwach entwickelt. Mit minus 0,45 Prozent waren sie nur minimal besser als deutsche Bundesanleihen mit minus 1,09 Prozent. Das dürfte sich auch im neuen Jahr kaum ändern: "Wenn die Zinsen deutscher Bundesanleihen steigen, dürfte es auch im kommenden Jahr für passive Anleger schwierig werden, innerhalb der Anlageklasse noch einen positiven Ertrag zu erwirtschaften", sagt Michael Hess, Portfoliomanager bei Bantleon. 

Sein Tipp, um in einer solch schwierigen Gesamtmarktsituation dennoch hohe Erträge zu erzielen: Rising Stars. Darunter versteht man Unternehmensanleihen, die aus dem High-Yield- in den Investment-Grade-Bereich aufsteigen und sich damit besser entwickeln als der breite Markt, erklärt der Experte. Ein gutes Beispiel dafür sei etwa Netflix. Der Streaming-Gigant hat seit seiner Hochstufung im April einen Mehrertrag von 2,55 Prozentpunkten erzielt. Aktives Management erlaubt es, so Hess weiter, von einer solchen Outperformance zu profitieren, noch bevor die Titel in einen Investment-Grade-Index für passive Anleger gelangen. 

Stars and Stripes 
Besonders viel Potenzial sieht Hess im US-amerikanischen Industriesektor. Dieser würde von der zu erwartenden Normalisierung der Lieferketten profitieren und damit besonders viele Rising Stars produzieren. "In unserem Basisszenario erwarten wir im US-Markt für 2022 ein Rising-Stars-Volumen von etwa 120 Milliarden US-Dollar, das im günstigsten Fall sogar auf über 200 Milliarden US-Dollar steigen könnte", sagt Hess. 

Ein prominentes Beispiel für so ein US-Sternchen ist seiner Einschätzung nach Ford. Der Automobilhersteller hat sowohl auf Euro als auch US-Dollar lautende Anleihen ausstehen, wovon Anleger bei einer Ratingheraufstufung profitieren könnten. Im kleineren Euro-denominierten High-Yield-Markt geht Hess von einem Rising-Stars-Volumen von 20 bis 35 Milliarden Euro aus. (fp)