Die Nachfrage nach Öko-Anleihen steigt. Anleger sollten allerdings bei einem Investment in Green Bonds aufpassen, sagt Marcio da Costa, Portfoliomanager bei Bantleon: "Green Bonds sollten derzeit einer ausgewogenen Anleihenallokation aus konventionellen Anleihen nur beigemischt werden", rät er. Ein Portfolio, das ausschließlich aus Öko-Anleihen besteht, etwa in Form eines Green-Bond-ETF, ist nach Einschätzung des Anlageprofis im Hinblick auf Länder, Sektoren und Laufzeiten nicht ausreichend breit aufgestellt.

Die Auswahl an Green Bonds ist bisher vergleichsweise klein, der Markt birgt daher enorme Klumpenrisiken. So befinden sich unter den 362 ausstehenden Staatsanleihen des Euro-Marktes gerade einmal fünf grüne Anleihen aus Frankreich, Irland, Polen und den Niederlanden. Drei dieser Papiere haben mehr als zwölf Jahre Laufzeit. Von insgesamt 79 Emittenten auf dem Green-Bond-Markt sind zudem 29 Banken und 20 Energieversorger. Mit konventionellen Anleihen ist eine deutlich breitere Diversifikation möglich.

Neuemissionen bevorzugen
Der Green-Bond-Markt ist schlicht noch nicht reif genug, sagt der Bantleon-Experte. Emittenten und Investoren können aber dabei helfen, den Entwicklungsprozess voranzutreiben. "Emittenten sollten neue grüne Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten begeben, statt bestehende aufzustocken", sagt da Costa. Investoren mit kürzerem Anlagehorizont würden dann ebenfalls Zugang zu diesem Marktsegment bekommen. "Anleger sollten im Gegenzug Neuemissionen gegenüber Aufstockungen präferieren." (fp)