Das Risiko einer weiteren Eskalation im Handelsstreit nimmt zu. "In den vergangenen Tagen haben die Indizien zugenommen, dass es sich um eine länger anhaltende und tiefergehende Auseinandersetzung handelt", sagt Bantleon-Chefvolkswirt Daniel Hartmann. Zum einen machen die Chinesen bei jeder Gelegenheit deutlich, dass sie nicht gewillt sind, sofort klein beizugeben. Zum anderen hat US-Präsident Donald Trump gegenüber Mexiko eine neue Front eröffnet.

Die US-amerikanische Regierung richtet die Zollwaffe damit erstmals auf ein Gebiet, dass mit Handelspolitik gar nichts zu tun hat: der Migration. "Man hat nicht den Eindruck, dass der US-Präsident auf eine baldige Beschwichtigung der Lage aus ist", sagt Hartmann. Alle Argumente, die an die wirtschaftliche Vernunft appellieren, scheinen derzeit ins Leere zu laufen.

Trump will Crash nicht riskieren
Laut Hartmann könne nun nur noch der Druck von den Finanzmärkten helfen, Trump zur Raison zu bringen. "Im Dezember 2018 hat sich zumindest gezeigt, dass der US-Präsident nicht auch noch die Verantwortung für einen Crash übernehmen will", sagt der Ökonom. Der Einbruch an den US-Aktienmärkten um mehr als 15 Prozent habe selbst den harten "Dealmaker" zur Kehrtwende veranlasst. (fp)