Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaft in der Eurozone Fahrt aufnehmen, sagt Daniel Hartmann, Chefvolkswirt bei Bantleon. Er geht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum von derzeit einem Prozent bis Ende 2020 auf 1,5 bis 2 Prozent steigt. Parallel dazu rechnet er mit steigender Inflation. Die Kerninflation dürfte im zweiten Halbjahr bei gut 1,5 Prozent liegen, prognostiziert Hartmann.

"Tritt unser Konjunktur- und Inflationsszenario für die Eurozone ein, wird es für Staatsanleihen ein ungemütliches Jahr 2020", sagt der Ökonom. Die Kurse der Papiere dürften fallen, ihre Renditen im Umkehrschluss steigen. Auch wenn sich die Zinsen in einem langfristigen Abwärtstrend befinden, schwanken die Anleiherenditen im Einklang mit der Konjunktur, erklärt Hartmann.

Nachfrage nach inflationsgeschützten Papieren könnte steigen
Nehmen die Konjunkturrisiken ab, werden Anleger antizipieren, dass die Europäische Zentralbank (EZB) keine zusätzlichen geldpolitischen Lockerungsmaßnehmen mehr ergreift. In der Folge wird eine "Flucht aus den sicheren Häfen" einsetzen, sagt der Bantleon-Mann. "Die Renditen werden steigen und damit den seit September vorherrschenden Aufwärtstrend bestätigen." Durch die anziehende Inflation dürften sich inflationsindexierte Anleihen im kommenden Jahr besser entwickeln als konventionelle Bonds, prophezeit Hartmann. (fp)