An den Tankstellen schnellen die Preise immer weiter nach oben. Generell sind die Energiekosten für Verbraucher zuletzt deutlich gestiegen, in Deutschland neben Sprit vor allem beim Kauf von Heizöl und elektrischem Strom, in Frankreich, Italien und Belgien hat sich vor allem Erdgas verteuert. Neben den Konsumenten versetzt der weitere Preisanstieg auch die Politik in Unruhe. Dieser Tage wird das Thema auf dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs erörtert, manche Regierungen haben bereits Maßnahmen eingeführt, um die Preisspirale zu stoppen. "Trotzdem kommt bei den Gas- und Strompreisen das dicke Ende für die privaten Haushalte aber noch", schreibt Bantleon-Ökonom Jörg Angelé in einem Marktausblick.

Zu Beginn des kommenden Jahres rechnet er damit, dass die Versorgungsunternehmen in Deutschland ihre Preise kräftig anheben werden. "Selbst wenn der Anstieg beim Rohölpreis – und damit bei Kraftstoffen bzw. Heizöl – zum Stillstand kommt, werden die Energiepreise im nächsten Jahr daher nochmals zweistellig zulegen und somit die Inflationsrate nach oben drücken", so Angelé. Dieser Effekt lässt sich laut dem Finanzprofi auch von den bereits ergriffenen und geplanten politischen Maßnahmen nicht aufhalten. Diese führten lediglich kurzfristig zu einer Dämpfung des Teuerungsdrucks. So wird sich aus seiner Sicht ein Teil des Preisauftriebs in die Zukunft verschieben: "Wenn im nächsten Jahr die Deckelung von Preisen und die Senkung von Steuern ausläuft, werden die Verbraucherpreise für Strom und Gas einen neuerlichen Satz nach oben machen", so Angelé.

Inflationsprognosen müssen angehoben werden
Dass die Politik den inflationären Impuls bei den Energiepreisen streckt, gräbt seiner Ansicht nach der Annahme, beim aktuellen Inflationsschub handele es sich lediglich um ein temporäres Phänomen, das Wasser ab: "Die EZB wird daher nicht umhinkommen, ihre Inflationsprognosen für die kommenden Jahre weiter anzuheben. Das wird Spekulationen über eine rascher als bis dato erwartete Rückführung ihrer ultraexpansiven Geldpolitik weitere Nahrung geben." (fp)