Der Regierung in Peking ist gelungen, woran viele westliche Nationen noch erbittert arbeiten: Sie haben die Coronavirus-Pandemie soweit unter Kontrolle, dass die Wirtschaft wieder läuft und eine zweite Infektionswelle trotzdem ausbleibt. Zwar bleiben weitere staatliche Stimuli nötig, vor allem um Branchen zu unterstützen, die noch lange unter der Pandemie leiden werden. "Die Politik hat indes bereits signalisiert, diese Hilfen zu gewähren", sagt Bantleon-Ökonom Andreas Busch.

Er rechnet daher mit einer merklichen Wachstumsbelebung im zweiten Halbjahr. Risikoassets dürften in diesem Umfeld ungeachtet der aktuellen Vollbremsung der globalen Wirtschaft weiter zulegen, ist der Volkswirt überzeugt. In einzelnen Branchen – beispielsweise dem US-Immobilienmarkt – ziehe die Aktivität sogar schon wieder an.

Positiver Ausblick
In den vergangenen vier Wochen ist die Nachfrage nach Hypothekendarlehen nach dem scharfen Einbruch im März und April erneut in die Höhe geschossen und hat das Vorkrisenniveau bereits wieder erreicht. "Diese Erholung wie Phönix aus der Asche ist nicht zuletzt ein Hinweis darauf, dass die staatlichen Überbrückungshilfen tatsächlich wie erwünscht wirken", sagt der Volkswirt. Alles in allem sei der Konjunkturausblick damit trotz des historisch beispiellosen Wachstumseinbruchs positiv. "Wenn es gelingt, die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle zu halten, dürfte der Aufschwung weiter an Kraft gewinnen." (fp)