Bitcoin statt Bankeinlagen: Kriminelle stehlen verstärkt Kryptowährungen, berichtet Bloomberg unter Berufung auf interne Unterlagen des Blockchain-Sicherheitsunternehmens Cipher Trace. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden demnach mehr als 760 Millionen US-Dollar in Form von Krypto-Münzen von den Börsen entwendet – fast dreimal mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Der aktuelle Marktwert der hundert wichtigsten Digitalwährungen liegt bei rund 270 Milliarden Dollar.

Der Krypto-Boom hat eine neue Generation von Cyber-Kriminellen hervorgebracht, so David Jevans, Chef von Cipher Trace, gegenüber Bloomberg. Nicht nur digitale Bankräuber, sondern auch digitale Geldwäscher wittern Morgenluft. Einige haben laut Jevans sogar über Google AdWords für ihr "Reiningungsgewerbe" geworben. Der Sicherheitsexperte kritisiert, dass viele Handelsplätze nicht genug tun, um die Identität ihrer Kunden zu überprüfen und sicherzustellen, dass diese kein Geld waschen.

Aufseher sind gefordert
Viele Börsen haben im Bereich der Kryptowährungen massive Sicherheitslücken. Wer digitale Münzen kauft, wird üblicherweise durch eine anonyme Adresse repräsentiert. Und: Einmal gestohlene Krypto-Münzen können meist nicht zurückverfolgt werden. In Zukunft dürften Regulierungsbehörden weltweit stärker gegen Krypto-Geldwäsche vorgehen, so Jevans. Darunter könnten einzelne Währungen leiden: "Es wird kleine Coins geben, die aus dem Handel fliegen, weil es schwierig sein wird, Transaktionen zu verfolgen." (fp)