Eine Kundin scheiterte in einer Bankfiliale in Wien, einen 500 Euro-Schein zu wechseln.  Diesen Fall schildert die Tageszeitung "Die Presse". Die Frau wollte demnach am Donnerstag (9. Jänner) in der Oberbank-Filiale am Schottenring ihren 500er wechseln lassen. Am Schalter wies man sie ab mit dem Hinweis, Geld werde nur noch den eigenen Kunden gewechselt. Dies sei mittlerweile bei allen Banken so üblich.

"Das ist nicht unsere offizielle Linie", relativierte darauf hin ein Sprecher gegenüber der Zeitung. Dennoch darf der Fall getrost als ein weiterer Hinweis gesehen werden, dass Bargeld zunehmend auch im Bankenwesen verschwindet oder verschwinden soll. Kleinunternehmer oder Kunden, die einmal einen etwas größeren Betrag gebraucht haben, wissen, dass man so einen bei der Bank besser anmeldet.

Außerdem verdeutlichen die Institute seit langem über ihre Gebührengestaltung, dass Bares unerwünscht ist. Für früher selbstverständliche Bargeld-Services fallen mitunter sehr hohe Gebühren an – etwa bis zu acht Euro für Bareinzahlungen am Schalter.

"Auch Bargeld kostet"
Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer (WKO), äußerte dafür gegenüber der Zeitung Verständnis und sagte: "Ich glaube, heutzutage hat kaum noch jemand 500er-Scheine. Es ist einfach ein Sicherheitsrisiko, sowohl für die Bank als auch für den Besitzer“. Auch Bargeld koste die Bank etwas. "Es muss überprüft und bei der ÖNB abgeliefert werden, die die Bank wieder damit beliefert", wird Rudorfer zitiert.

Der 500-Euro-Schein wird nach einem Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Jahr 2016 seit dem 26. April 2019 nicht mehr ausgegeben. Die Banknote ist aber weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel und bleibt vorerst im Umlauf. Bei den nationalen Zentralbanken kann der 500er ohne zeitliche Frist jederzeit eingetauscht werden. Er kann außerdem von Geschäftsbanken, so lange deren Vorrat reicht, bis auf Weiteres an Kunden ausgegeben werden, heißt es bei der Österreichischen Nationalbank (OeNB). (eml)