Experten sind skeptisch, ob der wieder geöffnete Geldhahn der Notenbanken substantielle Effekte hat: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Notenbanken eine aufkommende Rezession nicht stoppen können", sagt Marc Sattler, Vorstand der Bank für Vermögen (BfV) im Bereich Investment Research und Vermögensverwaltung. Zudem sei der Ausgang des Handelsstreits der USA mit China weiterhin unklar und Regierungen zeigten wenig Elan, Konjunkturpakete zu verabschieden. "Deshalb empfehlen wir weiterhin eine defensive Anlageausrichtung insgesamt und innerhalb der Aktienquote", sagt Sattler.

Auch jenseits der Aktienmärkte verheißen die vermeintlichen Segnungen der Zentralbank aus Sicht des Experten nichts Gutes: Neben der jüngsten Zinssenkung verleiht die US-Notenbank mittlerweile 120 Milliarden US-Dollar in so genannten Übernacht-Repo-Geschäften an Banken, um den Interbankenkreditmarkt zu stützen. "Bisher können nur Vermutungen angestellt werden, warum sie das tun muss", sagt Sattler. "Ein gutes Omen für die Märkte ist dies jedoch keinesfalls." Beim letzten Mal, als die Fed solche Hilfen zu Verfügung stellen musste, folgte kurz darauf die große Finanz- und Wirtschaftskrise.

Gold profitiert
Ein klarer Profiteur der expansiven Geldpolitik sei hingegen Gold: "Das Umfeld für steigende Goldpreise verbessert sich durch die expansiven Notenbanken weiter", sagt Sattler. "Sollten die Inflationsraten irgendwann wieder anziehen und die Zinsen nicht direkt angehoben werden, stellen Sachwerte wie Gold die erste Wahl dar. Daher empfehlen wir weiterhin, Investments in Edelmetallen und Minenaktien beizumischen." (fp)