Allein 2020 war der reale Verlust für Einlagen fast vier Milliarden Euro, und 2021 dürfte er aufgrund der höheren Inflation noch deutlicher ausfallen. Wäre beim Geldvermögen der österreichischen Haushalte der Anteil von Einlagen und Wertpapieren umgekehrt, also rund ein Viertel in Einlagen und die Hälfte in Wertpapieren, dann hätten diese jährlich geschätzt einen realen Ertrag von über vier Milliarden Euro erzielen können.

"Viele Menschen nehmen den Wertverlust ihres Ersparten nach wie vor in Kauf, ohne aktiv chancenreiche Handlungsalternativen in Betracht zu ziehen. Es ist unsere Aufgabe, hier weiterhin Aufklärungsarbeit zu leisten und die Chancen aufzuzeigen, die der Kapitalmarkt bietet, wenn man auf die Beratung durch Experten setzt", erklärt Robert Zadrazil, Vorstandsvorsitzender der UniCredit Bank Austria, bei der Vorstellung einer aktuellen Umfrage zum Anlageverhalten der Österreicher. 

Sparprodukte immer noch die häufigste Investitionsform
Die von "Marketagent" im Auftrag der Bank unter 607 Österreichern durchgeführte Umfrage zeigt, dass das Interesse an Wertpapieren auf 33 Prozent (2019: 26  Prozent) und für nachhaltige Investments auf 13 Prozent (2019: 7 Prozent) stark gestiegen ist. Dennoch sind Sparprodukte, trotz der hohen Inflation und der niedrigen Zinsen die häufigste Investitionsform (59 Prozent), verlieren aber an Attraktivität (2019: 63 Prozent). Besonders ausgeprägt sind diese Entwicklungen bei jungen Bankkunden unter 30 Jahren: In dieser Altersgruppe besteht ein deutlich gestiegenes Interesse an Wertpapieren (47 Prozent versus 28 Prozent in der Altersgruppe der über 40-Jährigen) und auch die tatsächliche Nutzung ist höher (27 Prozent versus 20 Prozent). Auch ist das Interesse an nachhaltigen Veranlagungen insgesamt (73 Prozent) und speziell bei Menschen unter 30 Jahren sehr hoch (76 Prozent), Veranlagung nach ethischen Prinzipien werden bevorzugt. 

"Unsere aktuelle Umfrage zeigt insbesondere in zwei Punkten einen dauerhaften Wandel der Einstellung bei den Befragten: Wertpapiere werden von den Menschen großteils zur langfristigen Vermögensabsicherung und zur Altersvorsorge genutzt sowie, um für Kinder und die Familie vorzusorgen. Weiters stehen nachhaltige Investments und realistische Rendite-Erwartungen keineswegs im Widerspruch. Die Menschen sind zunehmend vom Potenzial nachhaltig agierender Unternehmen überzeugt, daher wollen sie auch in diese investieren", so  Zadrazil, weiter.

Langfristige Vermögensanlage und Vorsorge sind Hauptmotive für Investition 
Betrachtet man die Motive für die Investition in Wertpapieren fällt auf, dass es den Investoren keineswegs um Spekulation oder kurzfristige Renditen geht. Vielmehr wollen 57 Prozent langfristig höhere Erträge erzielen, 48 Prozent geht es darum, dauerhaft den Erhalt des Vermögens zu sichern. Und auch das Thema Altersvorsorge spielt mit 39 Prozent eine große Rolle.  Weitere 25 Prozent wollen mit dem Investment ihre Familie und ihre Kinder absichern.

"Kryptowährungen sind hochspekulativ"
Bereits 95 Prozent der befragten Bankkunden unter 30 Jahren geben an, zumindest von Kryptowährungen gehört zu haben, aber nur etwa jeder Zehnte gibt an, sich damit auch gut auszukennen. Auffällig ist, dass vor allem junge Bankkunden stärker an Kryptowährungen interessiert sind und sie auch häufiger nutzen (16 Prozent) als die Gesamtbevölkerung (10 Prozent). "Wir warnen unsere Kundinnen und Kunden vor Investments in Kryptowährungen. Diese unterliegen keinerlei Absicherung und sind hochspekulativ", so Robert Zadrazil. (gp)