Die größte Kryptobörse der Welt, das in China beheimatete Unternehmen Binance, hat Ärger mit der Bafin. Die Finanzaufsicht hat das deutsche Tochterunternehmen Binance Deutschland GmbH verwarnt: Es gäbe den "hinreichend begründeten Verdacht", dass das Unternehmen den neuen "Aktien-Token" ohne "die erforderlichen Prospekte" auf der Website anbiete, heißt es in einer Mitteilung der Finanzaufsicht. Binance hat in Deutschland vor wenigen Wochen angefangen, sogenannte Krypto-Token anzubieten, die mit Aktien unterlegt sind. Dafür allerdings muss das Unternehmen einen Wertpapierprospekt verfassen und publik machen, was es laut Bafin nicht erledigt hat, berichtet das Onlineportal "Finance Forward". 

Die Aktien-Token können Anleger nicht in den Anteilschein einlösen, sondern nur gegen Kryptogeld via Binance handeln. Aktionärsrechte gibt es keine, aber Dividenden sollen ausgezahlt werden, berichtet das Onlineportal "heise.de". Binance arbeitet mit dem Vermögensverwalter CM-Equity aus München zusammen, das Fintech gibt sich überrascht von der Meldung der Bafin. Im Gespräch mit "Finance Forward" betont CM-Equity-Chef Michael Kott, es handele sich bei den Token nach deutschem und europäischem Kapitalmarktrecht um ein einwandfreies Produkt. Die sogenannten OTC-Derivate seien nicht prospektpflichtig, denn es würde sich nicht um übertragbare Wertpapiere handeln.

Auf dem Prüfstand
Auch die Kryptogeldbörse äußerte sich gegenüber "Finance Forward". Man nehme das Thema Compliance  ernst. Binance werde mit den Regulierern umfassend zusammenarbeiten, "um alle Fragen zu klären, die sie möglicherweise haben." Auch die britische Finanzaufsicht FCA untersucht einem Bericht der "Financial Times" zufolge derzeit, ob die Krypto-Token der geltenden Regulatorik entsprechen. (fp)