Bond-Anlegern eröffnen sich bis Jahresende einige spannende Investmentchancen bei Unternehmensanleihen, sagt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei Axa Investment Managers. "Die Aussichten sind aus makroökonomischer Sicht nach wie vor sehr positiv", erklärt er. Es ist lediglich das Vertrauen der Anleger, das gelitten hat, etwa unter dem Handelsstreit mit den USA.

Die Spreads liegen aktuell auf einem Niveau, das zuletzt in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 erreicht wurde. Historisch gesehen sind Anleihen zwar noch immer nicht günstig, aber günstiger als zu Beginn dieses Jahres. Vor allem in den Schwellenländern: "Eine Reihe von Ländern musste ihre Zinssätze erhöhen. Zudem gab es Kapitalabflüsse aus den Anleihefonds der Schwellenländer. Das hat dazu geführt, dass Emerging-Market-Bonds zurzeit auf dem billigsten Niveau seit 2010 sind", so der Experte.

Trump muss klare Signale senden
Damit die Negativ-Stimmung dreht, müssen sich die Wirtschaftsdaten verbessern. "Wir brauchen Fortschritte bezüglich der Handelspolitik der USA. Aber es entwickeln sich auch Chancen auf den Anleihemärkten", so Iggo. Er geht davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen weiter anheben wird. In Europa dürfte zunächst nichts dergleichen geschehen.

Die Zinskurve in den USA flacht sich weiter ab, sodass sich die Renditen von zwei- und zehnjährigen Anleihen inzwischen nur noch um 0,35 Prozent unterscheiden. "Typischerweise ist das ein Indikator für langsames Wirtschaftswachstum und vielleicht ein Frühindikator für eine Rezession", so der Anleiheprofi. Die Gefahr einer Rezession ist seiner Einschätzung nach nicht akut, Anleger sollten sie aber im Auge behalten.

Auf längere Laufzeiten setzen
Im Rest der Welt ist die Zinsstrukturkurve überwiegend positiv. Das ist ein gutes Zeichen für das globale Wirtschaftswachstum. Laut Iggo gibt dieses Umfeld Renteninvestoren die Möglichkeit, ihre Duration zu erhöhen, sich auf der Zinskurve zu bewegen und hohe Renditen zu erzielen. (fp)