Die 15 größten österreichischen Banken erzielten gegenüber dem gesamteuropäischen Markt sowohl bei der Kapitalisierung als auch bei der Profitabilität einen deutlichen Vorsprung. Das zeigt die Banking Study 2019 (EBS) der Strategie- und Managementberatung Zeb.

In den vergangenen zwei Jahren lag hierzulande die Eigenkapitalrentabilität stabil über zehn Prozent, während es im europäischen Durchschnitt 7,2 Prozent waren (Zahlen 2018). Davon konnten nicht zuletzt Aktienanleger profitieren. Seit 2013 habe man mit österreichischen Titeln Renditen von 4,2 Prozent pro Jahr erzielt. Die gleiche Investition in europäische Großbanken hätte zu Verlusten von durchschnittlich 3,2 Prozent pro Jahr geführt, erklärt Zeb-Austria-Geschäftsführerin Michaela Schneider in einer Aussendung.

Von Niedrigzins massiv betroffen
Dennoch sind naturgemäß auch die österreichischen Institute massiv von der anhaltenden Niedrigzinsphase betroffen. Zwar konnten durch niedrige Risikokosten und außerordentliche Beiträge Ergebnisrückgänge bisher kompensiert werden, so Schneider. Insgesamt liege das operative Betriebsergebnis österreichischer Banken aber unter dem Niveau von 2014. Eine "grundlegende Verbesserung" der operativen Erträge und Kosten sei daher mittelfristig unabdingbar, um die Kapitalkosten weiterhin zu verdienen. "Dazu reichen Kostensenkungen alleine nicht aus. Banken müssen gleichzeitig auch Ertragssteigerungen in den Fokus rücken", so Schneider.

Keine nachhaltigen Ertragssteigerungen
Der europäische Bankensektor kämpfte laut Zeb auch 2018 mit strukturellen Ertragsproblemen. Zwar konnten Europas 50 Topinstitute ihre Eigenkapitalrenditen nach Steuern in Summe von 6,6 auf 7,2 Prozent steigern. Aber: "Dem Großteil der europäischen Institute gelang es weder, nachhaltige operative Ertragssteigerungen zu realisieren, noch ihre Kostenbasis im erforderlichen Umfang zu entlasten", heißt es in Zeb-Unterlagen.

Ein Teil der Lösung liegt laut Zeb in Digitalisierungsanstrengungen. "Europäische Banken, die ihre Geschäftsmodelle und Prozesse frühzeitig digitalisiert haben, entwickeln sich klar besser", so Zeb-Experte Andreas Sumper, "ihre Eigenkapitalrentabilität lag im Jahr 2018 mit 9,2 Prozent nach Steuern deutlich über dem Durchschnitt, dasselbe gilt für die Relation von Kosten zu Erträgen dieser Institute." Banken – analog zu den Tech-Riesen – versuchen, eine Omnipräsenz im Kundenalltag zu etablieren, lautet das Fazit der Zeb-Experten. (eml)