Vor zwei Jahren waren sich die Experten einig: Der Boom in den Schwellenländern wird weitergehen. 2018 kam es bekanntlich anders, sodass die Prognosen für 2019 entsprechend skeptischer waren. Kapitalmarktstrategen und Fondsmanager sahen weiterhin Chancen für Emerging-Markets-Investments, warnten aber gleichzeitig vor Risiken.

Hiermit haben sie Recht behalten. Der MSCI Emerging Markets Index weist im bisherigen Jahresverlauf zwar eine Performance von 14,63 Prozent aus, der MSCI World Index dagegen schaffte ein sattes Plus von 29,2 Prozent. Das hatte auch Auswirkungen auf die Investitionen: In den sechs Monaten von Mai bis Ende November zogen Renditesucher Daten von Mountain View zufolge Mittel in Höhe von rund sechs Milliarden Euro allein aus Aktienfonds ab, die auf Titel aus den Schwellenländern setzen.

Fed ließ Anleger zweifeln
Was sind die Hintergründe für die Mittelabzüge? Zu einem großen Teil standen wohl  Befürchtungen über eine grundsätzliche Abschwächung der weltweiten Konjunktur und damit auch der Schwellenländer dahinter. Das kann man sogar am Verlauf des MSCI EM ablesen: Als die US-amerikanische Notenbank Fed die Zinsen Ende Juli zum ersten Mal seit der Finanzkrise wieder senkte und den Schritt Ende September wiederholte, rutschte der Index jeweils ab – auch wenn er sich schnell wieder erholte. Die Anleger sahen die Senkungen offenbar als Zeichen, dass die Fed einen Bärenmarkt in den USA erwartet. In einer solchen Situation stoßen Investoren dann oftmals Risikonlagen ab, eben auch in den Emerging Markts.

Hinzu kam der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Investoren beäugten insbesondere Chinas Entwicklung mit Argusaugen. Daher verwundert es nicht, dass der Leitindex, der zu einem Drittel aus chinesischen Aktien besteht, Ende Mai ebenfalls eine Talfahrt antrat – nachdem die USA am 10. Mai die Zölle auf chinesische Güter erhöht hatten. (jb)


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