Die Finanzaufsichten haben die Kryptobörse Binance auf dem Kieker: Bereits im April hatte die Bafin das deutsche Tochterunternehmen Binance Deutschland GmbH verwarnt. Die Begründung: Es gäbe den "hinreichend begründeten Verdacht", dass das Unternehmen den neuen "Aktien-Token" ohne "die erforderlichen Prospekte" auf der Website anbiete. Nun liefert die britische Finanzaufsicht FCA die nächste Warnung. Die Aufsicht ist der Meinung, dass man das Firmenkonstrukt rund um Binance nicht ordnungsgemäß überwachen kann, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

Binance stelle ein beträchtliches Risiko für Verbraucher dar. Ein weiterer Grund zur Sorge für die FCA: Die Behörde hatte zwei Anfragen an die Kryptobörse gestellt, in Bezug auf das Geschäftsmodell und die digitale Version von Anteilsscheinen. Die Antworten von Binance wertete die FCA als Weigerung zur Informationsherausgabe. Das Unternehmen selbst hingegen betont, dass es mit den Behörden kooperieren würde und eine Richtlinie entwickeln will, die Konsumenten schützen soll.

Grund zur Sorge
Die Kritik an der Kryptobörse kommt nicht von ungefähr. So hatte ein angeblicher ehemaliger Big-Data-Ingenieur der Plattform Anfang der Woche behauptet, dass Binance einen Überblick über das Liquiditätsniveau habe und den Kurs beeinflusse, "mit der Absicht, daraus Profit zu schlagen", berichtet die FAZ. Im vergangenen Jahr wurde in den USA zudem Dokumente veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass Binance eigens eine komplexe Unternehmensstruktur geschaffen habe, um die amerikanischen Aufsichtsbehörden zu täuschen. (fp)