Die Österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) lässt die Verordnung, mit der Leerverkäufe an der Wiener Börse verboten werden, am Montag (18. Mai) auslaufen. Das habe man in Abstimmung mit der europäischen Markt- und Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) sowie im Gleichschritt mit fünf weiteren EU-Staaten entschieden, heißt es in einer Aussendung.

Das generelle EU-weite, gesetzliche Verbot ungedeckter Leerverkäufe in Aktien bleibe davon selbstverständlich unberührt. "Das vorübergehende Verbot spekulativer Leerverkäufe war angesichts der schwierigen Situation durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie des Covid-19-Virus, die zu einem außergewöhnlich volatilen, globalen und österreichischen Marktumfeld geführt hat, zum Schutz der Anleger unvermeidlich, angemessen und hat gewirkt", so der Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Eduard Müller. Die Short-Selling-Einschränkungen hätten einen wichtigen Beitrag zur Dämpfung irrational überschießender Marktreaktionen geleistet. Damit sei auch das Vertrauen der Anleger in die Stabilität des österreichischen Finanzmarktes gesichert worden.

Die Beendigung der einschränkenden Maßnahmen sei "ein positives Signal für Kleinanleger und professionelle Investoren". Die FMA hatte am 18. März 2020 per Verordnung, vorerst befristet auf vier Wochen, Leerverkäufe bestimmter Finanzinstrumente verboten. Mit 15. April verlängerte die FMA die Verordnung in geänderter Form bis 18. Mai. (eml)