Lange waren Aktienrückkäufe und Dividenden gern genutzte Instrumente, um Aktionäre bei Laune zu halten – selbst, wenn sich Unternehmen dies eigentlich nicht leisten konnten. Das rächt sich in der Corona-Krise: Laut Tim Garratt, Partner bei der Vermögensverwaltung Baillie Gifford, sind solche wenig nachhaltigen Geschenke nämlich der Hauptgrund dafür, dass sich viele Unternehmen jetzt als so wenig widerstandsfähig erweisen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

Garratt beruft sich dabei auf eine Studie von Baillie Gifford, in der die Vermögensverwalter untersucht haben, in welchem Umfang Unternehmen Geld für Investitionen sowie Forschung und Entwicklung (F&E) im Vergleich zu Aktienrückkauf-Programmen und Dividenden ausgegeben haben. Das Ergebnis: Für die im Weltaktienindex MSCI ACWI notierten 2.500 größten globalen Unternehmen sei das Verhältnis mit den Jahren deutlich unter eins gefallen – die Unternehmen hätten also mehr Geld an ihre Aktionäre verteilt, als sie in Investitionen und F&E gesteckt hätten.

Gezielte Investitionen statt breit gestreute Anlagen
Der Anlageprofi hält das für die falsche Strategie. Er setzt lieber auf Unternehmen, die ins eigene Geschäft investieren statt sich zugunsten der Aktionäre zu verausgaben. Sie seien gut aufgestellt, um "nicht nur den Sturm zu überstehen, sondern auch ihren Vorsprung zu festigen", sagt Garratt der FAZ. Für ihn ist das auch ein Argument für gezielte Investitionen in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen statt breit gestreute Anlagen in den Gesamtmarkt. (fp)