Schwellenländer sind oftmals wirtschaftlich abhängig von anderen Nationen. Äußere Einflüsse spiegeln sich in der Wirtschaft meist schneller wider als bei etablierten Industrienationen. Das wissen natürlich auch Anleger und schrecken darum oft vor Investments in Indien und Co. zurück – völlig zu Unrecht, sagt Raheel Altaf, Fondsmanager bei Artemis und zuständig für Schwellenländer. Auch wenn sich die Aktienmärkte in den aufstrebenden Nationen in den vergangenen zehn Jahren schlechter entwickelt haben, sei dies kein Grund, diese Länder zu meiden.

Eines von Altafs Argumenten: Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat die Industrienationen viel stärker als die Entwicklungsländer getroffen. "Den potenziellen Verlusten Chinas stehen womöglich Verbesserungen in den anderen Schwellenländern gegenüber", sagt der Artemis-Fondsmanager. "Vietnam hat beispielsweise vom Abzug der Produktion aus China profitiert und konnte seine Ausfuhren in die USA im ersten Halbjahr 2019 um 33 Prozent steigern."

Aktive Investoren können attraktive Möglichkeiten finden
Auch das weltweit nachlassende Wirtschaftswachstum verkraften die Schwellenländer besser, sagt Altaf. "Die Emerging Markets sind besser auf eine Wachstumsverlangsamung vorbereitet", sagt der Artemis-Fondsmanager. "Denn sie haben größtenteils den notwendigen geld- wie auch fiskalpolitischen Spielraum für konjunkturstimulierende Maßnahmen." Altafs Tipp: Anleger sollten nicht alle Schwellenländer per se abstempeln, sondern aktiv nach attraktiven Unternehmen suchen. (fp)