Es waren harte Verhandlungen – nun ist die Einigung da: Argentinien hat sich mit seinen größten privaten Gläubigern auf eine Umschuldung verständigt. Dazu hat das südamerikanische Land sein ursprüngliches Angebot nachgebessert. Die Gläubiger, darunter zahlreiche große US-Fondsgesellschaften wie Blackrock, Ashmore und Fidelity, willigten ein, auf 45 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten, berichtet die "Deutsche Welle" unter Berufung auf einschlägige Finanzmedien. Die Details der Einigung wollen die Parteien bis zum 24. August ausarbeiten.

Dem Deal waren monatelange Verhandlungen zwischen der argentinischen Regierung und ihren Gläubigern vorangegangen. Wirtschaftsminister Martín Guzmán hatte immer wieder erklärt, man könne keine weiteren Zugeständnisse machen. Argentinien hatte angeboten, 53,5 US-Dollar für 100 geliehene US-Dollar zurückzuzahlen. Die Gläubiger forderten rund drei US-Dollar mehr.

Coronakrise schwächt Argentinien
Ende Mai hatte das Land es versäumt, rund 500 Millionen US-Dollar an aufgelaufenen Zinsen zu überweisen. Gerade in Corona-Zeiten könne man nicht weiter 20 Prozent der Staatseinnahmen für Zinszahlungen ausgeben, begründete Guzmán damals den Schritt. Bei einem Platzen der Verhandlungen hätte dem südamerikanischen Staat der neunte Staatsbankrott seiner Geschichte gedroht. (fp)