Der wirtschaftliche und finanzielle Druck auf Russland steigt. Möglicherweise steht das Land nun vor der ersten Staatspleite seit 1917. Grund für die brisante Situation ist, dass Russland erstmals Zahlungen für zwei Fremdwährungsanleihen dieser Tage nicht, wie vereinbart und bis vor kurzem auch bewilligt, in US-Dollar, sondern in Rubel geleistet hat, wie verschiedene Medien, darunter "Spiegel Online" berichten. Wegen der westlichen Blockade seiner Devisenreserven infolge des Krieges gegen die Ukraine wolle Moskau dies auch künftig so handhaben.

Konkret geht es um fällige Zahlungen in Höhe von 649,2 Millionen Dollar an die Gläubiger der bis 2022 und 2042 laufenden Staatsanleihen, die nun in der Landeswährung Rubel geleistet werden. Experten zufolge bleibt Russland nun noch eine Frist von 30 Tagen, um dieses Geld doch noch in Dollar zu überweisen, so "Spiegel Online". Andernfalls werde der Vorgang "zum formalen Zahlungsausfall bei Auslandsschulden", zitiert das Nachrichtenmagazin einen Twitter-Kommentar des Experten Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck. (jb)