Nachranganleihen von Industrieunternehmen haben im laufenden Jahr eine überzeugende Performance geliefert. "Für Anleger, die eine Kombination aus Stabilität und attraktiver Rendite suchen, sollten Corporate Hybrids im zweiten Halbjahr 2025 ein Sweetspot bleiben", meint Michael Hess, Leiter Portfoliomanagement Unternehmensanleihen bei Bantleon. Dafür sprechen nach seiner Einschätzung mehrere Gründe: defensive Sektorstruktur, niedrige Ausfallraten aufgrund der guten Bonität der Emittenten und Renditen nahe dem Niveau von High-Yield-Anleihen.

Seit Jahresbeginn brachten Euro-Nachranganleihen von Non-Financial-Unternehmen gemessen am entsprechenden ICE-BofA-Index ein Plus von 3,25 Prozent. Damit hätten diese Papiere erneut ihre Stärke unter Beweis gestellt – in einem für Anleihen insgesamt schwierigeren Umfeld, resultierend aus steigenden Renditen auf Staatsanleihen, erläutert Hess. Zum Vergleich: Der ICE-BofA-Euro-High-Yield-Index legte in dieser Zeit um 3,30 Prozent zu, der Index für erstrangige Euro-Investment-Grade-Anleihen lediglich um gut zwei Prozent.  

"Wirtschaftlich stabil"
"In einem Marktumfeld, das weiterhin durch den US-Zollstreit und zunehmende geopolitische Herausforderungen geprägt ist, bleiben Investment-Grade-Unternehmen wirtschaftlich stabil", erläutert Hess. Das unterstrichen die jüngsten Quartalszahlen, gerade auch im Vergleich zu den Zahlen von Unternehmen aus dem High-Yield-Bereich.

Corporate Hybrids von Unternehmen aus dem Investment-Grade-Segment bringen wegen ihrer Nachrangigkeit höhere Zinsen als Senior-Anleihen desselben Emittenten. Zuletzt seien die Renditen der Papiere zwar gesunken, sie böten aber weiter attraktive Ertragschancen, so Hess. "Die defensive Sektorallokation mit einem Fokus auf Versorger, Energie und Telekommunikation sichert stabile Cashflows", erläutert er. "Diese Sektoren sind zudem weniger anfällig für Handelskonflikte."

"Anhaltend hohe Nachfrage"
Hinzu komme, dass bereits rund zwei Drittel der für 2025 anstehenden Hybrid-Refinanzierungen in Europa erfolgreich abgeschlossen worden seien. "Dies reduziert das ohnehin geringe Verlängerungsrisiko signifikant und bietet eine solide Unterstützung für bestehende Hybrid-Anleihen, weil die anhaltend hohe Nachfrage weiterhin einem relativ tiefen Netto-Neuemissionsvolumen gegenübersteht", sagt Hess.

Sein Fazit: "Corporate Hybrids sind auch in den nächsten zwölf Monaten aus Risiko-Ertrags-Perspektive attraktiver als High-Yield-Anleihen." (ohm)