Bei Vermögensverwaltern gehen die Warnlampen an, besser: sie leuchten greller. "Wir haben beschlossen, US-Aktienpositionen nach der Entwicklung vom 13. August zu verringern und unsere Aktienuntergewichtung leicht zu erhöhen", sagt Benjamin Melman, Chef-Anlagestratege bei Edmond de Rothschild Asset Management. Ein Großteil des von den Zentralbanken angeheizten Marktwachstums habe bereits stattgefunden, das Umfeld verschlechtere sich zukünftig. Daher ist es aus Sicht von Melman jetzt Zeit für Gewinnmitnahmen und extreme Vorsicht. 

Der Aktienexperten nennt vor allem zwei Gründe für seine Vorsicht: Erstens sei die Umkehrung der US-Zinskurve beunruhigend. Zweitens deuten die neuesten chinesischen und deutschen Konjunkturdaten aus Sicht des Experten darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Situation verschlechtert.

Bisherige Renditen normalerweise undenkbar
Dem Anlageprofi zufolge haben sich die Börsen ohnehin erstaunlich lange gut gehalten. "Im bisherigen Jahresverlauf verzeichneten die Aktienmärkte Renditen, die angesichts der vorherrschenden Rahmenbedingungen normalerweise undenkbar wären", so Melman. Hierzu zählt der Experte eine Ertragsverlangsamung, einen zunehmend fragileren Konjunkturzyklus und ein riskanter werdendes politisches Umfeld, welches das Vertrauen der Unternehmen weltweit schwächt. (fp)