Haben Zykliker bald wieder die Nase vorn? Ein möglicher Hinweis: Die zehnjährigen Bundesanleihen konnten zuletzt über das Niveau von minus 0,3 Prozent zulegen, was steigende Zinsen andeutet. "Eine Entwicklung, von der die Wachstumswerte durch die steigende Abzinsung künftiger Zahlungsströme besonders belastet werden", erklärt Michael Winkler, Anlagestratege bei der St. Galler Kantonalbank Deutschland.

Vor diesem Hintergrund lohne sich ein Blick auf zyklische Aktien. Diese haben in den vergangenen Monaten teils deutlich korrigiert, allen voran europäische Automobilwerte. "Hier könnte sich angesichts der gesunkenen Bewertungsniveaus der Zykliker und ihrer attraktiven Dividendenrenditen eine neuerliche Sektorrotation andeuten", sagt Winkler.

Blick nach China
Einen weiteren Hoffnungsschimmer sieht der Stratege am zuletzt arg gebeutelten chinesischen Aktienmarkt. Pekings Regulierungswut gegen Technologie- und Bildungsunternehmen sowie die Zitterpartie rund um den angeschlagenen Immobilienentwickler Evergrande haben auch dort für kräftige Abschläge gesorgt.

"Mittlerweile jedoch scheint sich zumindest die charttechnische Situation einiger Indizes etwas aufzuhellen", zeigt sich Winkler optimistisch. Der MSCI-China-Index würde an einer Bodenbildung im Bereich der wichtigen Unterstützung von 88 bis 90 Punkten arbeiten. Und die jüngsten Tiefs im Hang-Seng-Index hätten vor allem Technologieaktien weitestgehend verschont. (fp)