Anlagestratege: Diese Gründe sprechen für US-Aktien
Trotz geopolitischer Risiken und Inflationssorgen blickt Oddo BHF AM positiv auf US-Aktien. Die Experten verweisen auf robustes Gewinnwachstum, die Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft und den anhaltenden KI-Boom.
An US-Aktien führt kein Weg vorbei, Unsicherheiten und hohen Bewertungen zum Trotz. "Die USA sind als Netto-Energieexporteur wesentlich resilienter." Mit dieser Einschätzung begründete Gunther Westen, globaler Leiter Asset Allocation und Fondsmanagement bei Oddo BHF Asset Management, die weiterhin positive Haltung des Hauses gegenüber dem amerikanischen Aktienmarkt.
Im Rahmen eines Webinars verwiesen die Experten auf die robuste Gewinnentwicklung der Unternehmen. Für die Gesellschaften im S&P 500 werde 2026 ein Gewinnwachstum von 22,5 Prozent erwartet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Index liege aktuell bei rund 22 und damit nur leicht über dem historischen Durchschnitt, das gleichgewichtete KGV sogar leicht darunter. Trotz der hohen Marktkonzentration auf die sogenannten "Magnificent Seven" sieht Oddo BHF AM daher eine breite fundamentale Unterstützung des US-Marktes.
Widerstandsfähige US-Wirtschaft
Während die Wachstumsprognosen für Deutschland und die Eurozone zuletzt deutlich nach unten korrigiert worden seien, zeige sich die US-Wirtschaft weiterhin widerstandsfähig. Nach Einschätzung von Westen profitiert sie von ihrer geringeren Abhängigkeit von Energieimporten, einem stabilen Arbeitsmarkt und einem anhaltenden Investitionszyklus rund um künstliche Intelligenz (KI).
Auch die geopolitischen Risiken im Nahen Osten bewertet Oddo BHF AM inzwischen etwas entspannter. Zwar bleibe die Entwicklung rund um die Straße von Hormus ein wichtiger Risikofaktor für die Kapitalmärkte, doch der Höhepunkt der Eskalation sei möglicherweise bereits überschritten und die Lage könnte sich schrittweise entspannen.
Ein zentraler Treiber für die Aktienmärkte bleibt aus Sicht der Experten die KI. Die Investitionen in Rechenzentren, Halbleiter und digitale Infrastruktur nähmen weiter stark zu. Zwar seien einzelne Bewertungen inzwischen ambitioniert, einen Vergleich mit der Dotcom-Blase weist Westen jedoch zurück: "Der große Unterschied zu 2000 ist, dass diese Unternehmen heute tatsächlich Geld verdienen." (dv)















