Die Weltwirtschaft ist dabei, sich zu erholen. Bis Ende des laufenden Jahres könnten die wirtschaftlichen Verluste als Folge der Coronakrise bereits wieder eingefangen sein, sagt Till Christian Budelmann, Chefanlagestratege bei der Schweizer Privatbank Bergos. Besonders den US-Markt sieht er derzeit als Anlagefavorit. "Die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in den USA ist geradezu faszinierend", betont Budelmann. "Während es nach der globalen Finanzkrise 40 Monate dauerte, bis die Umsätze das Vorkrisenniveau erreicht hatten, waren diesmal nur fünf Monate nötig. Und es folgte ein weiterer steiler Anstieg von knapp 20 Prozent."

Die USA bleiben aus Sicht des Vermögensprofis somit weiterhin Taktgeber in der globalen Wirtschaft. Doch auch andere Regionen ziehen nach: Insgesamt rechnet Bergos für 2021 mit einem globalen Wachstum von fünf Prozent. Darüber liegen dürfte nach Prognosen der Bank nicht nur die USA, sondern auch China und Europa. Für China erwarten die Experten im laufenden Jahr ein Wachstum von 8,8 Prozent und fürs kommende Jahr 5,8 Prozent. Für die USA rechnet die Privatbank in diesem Jahr mit einem Plus von 6,5, im Jahr 2022 mit 4,3 Prozent Zuwachs.

Bundestagswahlen könnten Wirtschaft beeinflussen
Europa ist mit seiner Aufholjagd etwas später dran, dürfte aber in diesem und im kommenden Jahr je um fünf Prozent zulegen, prognostizieren die Experten. In Deutschland könnte es dank der anstehenden Bundestagswahlen noch spannend bleiben. "Das Risiko für die Wirtschaft einer rot-grün-roten Regierung hat über die letzten Wochen signifikant zugenommen. Alle anderen Konstellationen würden keine größeren wirtschaftlichen Auswirkungen erwarten lassen", sagt Budelmann. Auch wenn die Sozialdemokraten in den Umfragen derzeit vorne liegen, hält er eine Regierungsbildung mit der CDU/CSU für ebenso wahrscheinlich. (fp)