Aktien sind Immobilien in vielerlei Hinsicht überlegen, sagt Gottfried Urban, Vorstand der Bayerischen Vermögen AG. Das beginnt bereits beim Preis: Für Häuser und Wohnungen müssen Anleger im Schnitt das 34-fache der Jahresnettomiete auf den Tisch legen. Aktien aus dem deutschen Leitindex Dax sind dagegen geradezu günstig: "Würden die Titel im deutschen Leitindex Dax so wie deutsche Immobilien bewertet, müsste das Barometer bei rund 30.000 Punkten stehen", sagt Urban. Tatsächlich pendelt der Dax seit Wochen zwischen 11.000 und 11.500 Punkten. Urbans Fazit: "Entweder sind Immobilien viel zu teuer oder die Aktien viel zu billig."

Für Aktienanleger eröffnet diese Entwicklung Chancen. Der Anlageprofi rechnet damit, dass Anteilscheine, die 2019 gekauft werden, auf lange Sicht mit der Wertentwicklung des hiesigen Immobilienmarktes Schritt halten werden. "Weitere Vorteile eines Aktienkorbes liegen darin, dass er jederzeit liquidierbar ist und Anleger mit kleineren Beträgen breit gestreut in verschiedene Regionen und Branchen investieren können", sagt Urban.

Aktie als Altersvorsorge
Immobilien sind gerade bei Vorsorgesparern beliebt, die hoffen, durch die regelmäßigen Mietzahlungen ihre Rente aufbessern zu können. Der Vermögensexperte sieht diese Entwicklung durchaus kritisch. "Wer überlegt, für die Altersvorsorge mehrere hunderttausend Euro in eine Anlageimmobilie zu investieren, der kann sich alternativ ein Aktiendepot aufbauen", sagt er. In der Vergangenheit habe die Anlageklasse mehrfach eindrücklich bewiesen, dass sie zum langfristigen Vermögensaufbau beitragen kann – allen Krisen zum Trotz. (fp)