Nullzinsen und Inflation machen deutschen Anlegern derzeit zu schaffen. Ihr Barvermögen – immerhin rund 3,7 Billionen Euro – schmilzt dahin. Der Goldpreis hingegen blieb nun fünf Jahre lang stabil: Er bewegte sich zwischen 1.100 und 1.300 Dollar je Unze und schlug damit nicht nur das Girokonto. Im vergangenen Jahr entwickelte sich das gelbe Metall auch besser als nahezu alle Aktienmärkte. Das alles spricht für Gold als Wertanlage, findet Wolfgang Köbler, Vorstand der Nürnberger KWS Vermögensverwaltung AG. 

Der Experte sieht vier Gründe für Goldinvestments. Zum einen schrumpft die Zahl der Goldproduzenten durch mehrere Übernahmen, sodass sich Anleger künftig weniger Anbietern mit größerer Marktmacht gegenübersehen werden. Das wird den Goldpreis voraussichtlich in die Höhe treiben. Zum anderen wird Gold rar. Produzenten fahren den Abbau des Rohstoffs immer weiter zurück, weil sie umweltpolitische Auflagen erfüllen müssen und es teurer wird, Gold zu fördern.

Gold ist einen zweiten Blick wert
Trotz Krisen lässt sich der Goldpreis kaum erschüttern. Selbst als Italien und die Türkei erwogen, ihre Reservebestände zu verkaufen, ließ das den Goldpreis kalt. Hinzu kommt: Der Internationale Währungsfonds (IWF) fährt aktuell eine Kampagne gegen das Bargeld. Anlageprofi Köbler sieht das als weiteren Preistreiber an. Er ist überzeugt: "Für langfristig orientierte Anleger bleibt Gold die Reserve- und Krisenwährung in einem aktiv gemanagten Vermögen." (fp)