Anleger sollten ihr Kapital jetzt in Sachwerte stecken, rät Gottfried Urban, Vorstand der Bayerische Vermögen AG in München. Er begründet diesen Rat mit den jüngsten Äußerungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Denen zufolge dürften die Tagesgeldzinsen in der Eurozone nämlich mittelfristig nicht über die Ein-Prozent-Marke klettern. Zugleich verfolgt die EZB ein Inflationsziel von zwei Prozent. "Wer die Kaufkraft seines Vermögens erhalten will, der muss in Sachwerte investieren", sagt Urban.

Die Immobilienpreise dürften von der demografischen Entwicklung und etwas höheren Kreditzinsen gebremst werden, urteilt der Anlageprofi. "Zudem sind die Kaufpreise im Verhältnis zu den Mieteinnahmen aktuell deutlich zu hoch." Für Aktien ist Urban optimistischer: Deutsche Aktien sind nach historischen Bewertungsansätzen nicht teuer, erklärt er. "Folgt die Kursentwicklung dem historischen Muster, kann ein Aktienanleger in den kommenden zehn Jahren mit einer Durchschnittsrendite rechnen, die etwa sechs Prozentpunkte über der jeweiligen Inflationsrate liegt."

Aktienanlagen global streuen
Ein Risiko für Aktieninvestoren bleibt die Politik. "Politische Rahmenbedingungen können sich innerhalb von zehn Jahren grundlegend ändern", warnt Urban. Wer auf Aktien als Sachwertanlage setzt, sollte deshalb auf ein global diversifiziertes Portfolio achten. "Ein international gestreutes Aktiendepot wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mittel- bis langfristig eine überlegene Rendite abliefern", ist der Vermögensverwalter überzeugt. Zur Absicherung kann man Gold beimischen. Solange es nicht zu einer Systemkrise kommt, wird es aber nur mäßig zur Wertentwicklung des Portfolios beitragen. (fp)