Nur wenige Wochen ist es her, da erschütterten die Turbulenzen um die Aktien des Videospielhändlers Gamestop das globale Finanzsystem. Kleinanleger schlossen sich auf dem Onlineforum Reddit zusammen, um gegen diverse Hedgefonds zu wetten. Die meisten von ihnen gehören zur sogenannten "Generation Z". Das sind Jugendliche und junge Erwachsene, die um die Jahrtausendwende geboren wurden. Die Generation ist die erste, die mit Smartphones, Internet und sozialen Medien aufgewachsen ist. Bislang galt sie als risikoscheu. "Offensichtlich hat sich diese Einstellung zum Risiko geändert. Dieser Eindruck drängt sich zumindest auf, wenn man die Forenbeiträge durchstöbert", sagt Markus Richert, Seniorberater bei der Vermögensverwaltung Portfolio Concept Vermögensmanagement.

Im Subreddit WallStreetBets, einem individuellen Nachrichtenbrett auf Reddit, diskutiert die Generation über mögliche Bewegungen am Aktienmarkt. "Verstärkt wird diese Entwicklung zum Trading mit Aktien durch den zunehmenden Erfolg der Neobroker", sagt Richert. Die Apps holen ihre Kunden dort ab wo sie sich bewegen – auf ihrem Smartphone. Das neue Interesse der "Generation Z" am Aktienhandel habe auch dazu beigetragen das in den letzten Monaten so viele Aktienkäufe von Privatanlegern wie noch nie erfolgt sind, sagt Richert. Vermutlich sei auch der Erfolg von Kryptowährungen wie Bitcoin am steigenden Anlageinteresse der Generation Z begründet. "Für die Generation Z sind Kryptowährungen längst zum ernst zu nehmenden Basiswert geworden", sagt Richert. 

Sparen statt spielen
Ein weitere Faktor befeuert die Handelsfreude der "Generation Z": Für die jungen Erwachsenen führt kein Weg am Aktienmarkt vorbei, wenn es um ihre Altersvorsorge geht. Allerdings ist Gier hier eine äußerst schlechte Strategie. Nur wer langfristig investiert bleibt, kann kurzfristige Verluste ausgleichen. "Es bleibt zu hoffen das Generation Z nicht für Generation Zocker steht", sagt Richert. (fp)