In der Finanzwelt werden Dividenden gerne als der neue Zins angepriesen. Jens Hartmann, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Ficon Börsebius Invest, hält davon nicht viel. "Dividenden sind und bleiben unternehmerische Gewinnbeteiligungen der Aktionäre", sagt er. Aktien von starken Dividendenzahlern spielen aber ähnlich wie Zinspapiere eine entscheidende Rolle im Portfolio – als planbarer Cash Flow und als Stabilisator in unsicheren Zeiten.

Eine Dividendenstrategie empfiehlt sich laut Hartmann vor allem für Investoren, die ein betont risikoadjustiertes Konzept suchen und auf regelmäßige Ausschüttungen angewiesen sind. Bei der Auswahl der Titel gilt es aber einiges zu beachten. So sollten sich Anleger nie ausschließlich auf die aktuelle Dividendenrendite verlassen. "Wichtig sind auch Nachhaltigkeit und generelle Unternehmensqualität – und woher die Dividenden stammen", erklärt Hartmann. Unternehmen sollten die Ausschüttungen aus dem Cash Flow leisten, nicht aus dem Kapital.

Stabilität und Ertragskraft
Wer auf Dividenden statt Kupons sieht, macht langfristig den besseren Deal. Im deutschen Leitindex Dax liegt die Dividendenrendite durchschnittlich bei 2,5 bis 3,5 Prozent, wobei die Top-Titel durchaus auch Werte von rund fünf Prozent erreichen. Gleichzeitig liegen die realisierten Dividendenrenditen bereits seit 2013 über den Renditen von Unternehmensanleihen mit fünfjähriger Laufzeit. "Aus den historischen Dividendenzahlungen lassen auch sich Rückschlüsse auf die Qualität der Aktie und damit generelle Kaufsignale ableiten", erklärt der Anlageprofi. So steht eine hohe Ausschüttungsquote meist auch für Stabilität und Ertragskraft. (fp)