Seit dem Corona-Crash im März 2020 haben die Aktienkurse eine beispiellose Rally erlebt. In den USA legten die Indizes seither etwa um 120 Prozent zu. Schon seit vergangenem Sommer warnen einige Börsenprofis daher vor einer Kehrtwende. Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung in Köln, hält allerdings damals wie heute an einem optimistischen Kursausblick fest: "Die Hausse, die 2009 begann, ist noch lange nicht zu Ende. Sie dürfte vielmehr bis in die 2030er-Jahre reichen und Kursstände mit sich bringen, die derzeit niemand für möglich hält."

Grund für Albrechs Zuversicht ist die Performance kleiner und mittelgroßer Werte verglichen mit Börsenriesen wie Amazon oder Apple. Small- und Mid Caps haben den jüngsten Aufschwung nämlich maßgeblich mitgetragen. Seit dem Tief entwickeln sich diese sogar stärker als der US-Aktienindex S&P 500. Der Experte sieht das als gutes Zeichen: "Es zeigt, dass der Aktien-Bulle auf sehr soliden Füßen steht und ihn so schnell nichts aus der Bahn werfen dürfte. Kritisch würde es erst, wenn nur die Dickschiffe die Börse nach oben ziehen, sprich die sogenannte Marktbreite nachlässt." Das sei meist gegen Ende einer Aufwärtsbewegung der Fall.

Auch in Europa wachsen kleine Werte
Derzeit ist von einem solchen Szenario aber nichts zu sehen. Schon seit dem Jahr 2003 erleben kleine und mittelgroße Titel einen größeren Aufschwung als Blue Chips. Das ist nicht nur in den USA der Fall. Auch in Europa konnten Small Caps in den vergangenen Monaten zulegen: Innerhalb von sechs Monaten um 25 Prozent und innerhalb von zwölf Monaten um 57 Prozent. Damit sind die Kurse jeweils um rund neun Prozent schneller gewachsen als bei Blue Chips. (fp)